26. Februar 2007 veröffentlicht von Administrator

Das fremde Land - BuchcoverRoman

von Eduard Breimann

Lesen Sie auch die untenstehenden Leseproben.

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Klappentext:

In farbigen Bildern schildert der Roman „Das fremde Land“ vor allem das Leben der Hauptprotagonistin, Angela Pawlowska, Aja, einer einfachen, warmherzigen Landarbeiterin im Russland der Stalinzeit, ihre dramatischen Erlebnisse im kleinen Dorf an der Desna, sowie ihre Zwangsverschleppung nach Deutschland und ihre bösen Erfahrungen, die sie hier machen musste und schliesslich die Erschütterungen, die der Besuch im Deutschland der Gegenwart bei ihr auslösen.

Im Kontrast dazu steht das heutige Geschehen in der kleinen rheinischen Stadt, wo sich Schüler einer Gesamtschule mit einem Projekt dafür einsetzen, dass den ehemaligen Zwangarbeitern durch Auszahlung der zustehenden Entschädigungen endlich ein wenig Recht geschieht. Äusserst glaubwürdig und ergreifend zeigt Eduard Breimann, wie die Geschichte, über Jahrzehnte hinweg, die früheren Geschehnisse mit den heute Lebenden verstrickt. Schüler, Lehrer, Unternehmer, Journalisten und Politiker spielen hier Rollen, die uns vertraut sind und auf intensive Weise eigenes Erleben bestätigen.

Eduard Breimann versteht es in seinem neuen Roman, ein immer noch heikles Thema, das heutige Problem mit den Zwangsarbeitern des letzten Weltkriegs in Deutschland, auf eine unter die Haut gehende Weise, spannend und anrührend darzustellen.

Der Roman beleuchtet Vergangenheit und Gegenwart, das Leben in Russland, wie auch die Verwicklungen, die durch das Eintreten einer Schüler-Projektgruppe für eine zügige Entschädigung, in einer rheinischen Kleinstadt ausgelöst werden.

Breimann, Eduard
Das fremde Land
Roman
Verlag Universal Frame
Hardcover mit Umschlag
236 Seiten, 13.5 x 21.5 cm
ISBN 978-3-952298-13-8
Euro 26.80 (D)

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Leseprobe 1:

Die Frauen drängten sich an die Stäbe, krallten sich fest und sahen ihm zu, verfolgten jede Bewegung. Ab und zu stöhnte eine Frau und im Hintergrund weinten die Kinder leise.
„Hier! Kannst sie anfassen – für einen Eimer frisches Wasser darfste die sogar küssen“, rief die Rothaarige dem stiernackigen Soldaten zu.
Als sie ihre Brüste frei machte, das Kleid über die schmalen Schultern nach unten zog, blickte sich der Soldat sichernd um und kam langsam näher. Die Frau lachte heiser; sie drückte die Brüste durch die Gitter und preßte ihren Unterkörper gegen die Eisenstangen.
„Pribiwaj! Pribiwaj! – Komm! Komm! Faß an!“, gurrte sie.
Dicht vor den Stäben blieb der Soldat stehen, sog die Luft ein und krauste die Nase. Er betrachtete das Gesicht der Frau, dann ihre großen, weißen Brüste.
Er lächelte. Die Frauen standen starr. „Woda!“, flüsterte die Frau hinter ihr. Auch Aja spürte eine leise Hoffnung und ihre Lippen formten das Wort Wasser.
Langsam, sehr langsam, zog der Soldat das Gewehr von der Schulter, faßte es am Lauf – direkt unter dem Schnappverschluß für das Bajonett – und schlug blitzschnell zu.
Die Frau schrie auf, als der Kolben ihre Brüste traf und fiel in den Waggon zurück. „Swinja – du Sau“, schluchzte sie, zog ihr Kleid hoch und verdeckte die verschrammten Brüste.
Der Mann ging zurück, nahm erneut das Wasserglas, füllte es und trank einen einzigen Schluck. Sie konnten deutlich hören, wie er rülpste. Den Rest des Wassers schüttete er mit Schwung in die Luft. Aja glaubte einen Moment lang, hinter dem Wasser einen kleinen Regenbogen zu sehen.
Ein zweiter Soldat, schmal und klein, trat aus der Bahnhofstür. Die Männer unterhielten sich, blickten zum Waggon und lachten. Dann ging der erste Soldat weg, bog um die Ecke des kleinen Bahnhofs. Er blickte sich nicht um, sah nicht zu den anderen Waggons, die sich hinter der Dampflokomotive reihten – alle gleich im Aussehen, alle gleich beladen.
Der Soldat trat aus dem Schatten des Überdachs, kam langsam auf sie zu. Jetzt konnte Aja ihn besser sehen. Mit der Rechten zog der Mann den Riemen des geschulterten Karabiners stramm, streckte den Daumen vor. Die Bajonettspitze reflektierte das Sonnenlicht.
Er war jung, viel jünger als der andere Soldat. Seine Nase war breit, knubbelig, verformt wie bei einem Boxer. Er war unruhig, blickte sich ständig um, als fürchte er, von einem Offizier überrascht zu werden.
Erneut keimte Hoffnung, langsam nur, zögernd, sehr langsam. „Woda! – Woda!“, flüsterten einige Frauen. „Bitte, gib uns etwas Wasser.“
Dicht vor der vergitterten Waggontür blieb der Soldat stehen, sog prüfend die Luft ein, drehte angewidert den Kopf zur Seite und trat einen Schritt zurück.
Er suchte die Gesichter der Frauen ab. Kein Lächeln. Keine Regung. Die Augen der Frauen hingen gebannt an dem unreifen Gesicht. Aber nur an Ajas blieb der Blick des Jungen hängen. Sie wartete, holte kaum Luft. In ihrem Kopf war alles leer.
Sie konnte seine Augen nicht sehen, sie lagen im Schatten des viel zu großen Stahlhelms.

Leseprobe 2:

„Warum, Herr Brenner, erfahre ich das erst, wenn es schon in dieser Mistzeitung gedruckt ist? Was tun Sie und Ihre Mitarbeiter eigentlich, um so einen Dreck zu verhindern? Sie haben ein ziemlich üppig ausgestattetes Budget, Herr Brenner.“
„Ja, aber die Pressefrei…“
„Die Presse! Die Presse! Kommen Sie mir nicht mit Pressefreiheit und unbestechlichen Journalisten. Sie sollen doch im Vorfeld recherchieren, herausfinden, wo sich was tut. Wo war denn in diesem Fall ihr Gespür für Gefahr, Herr Brenner? Hatte das etwa Urlaub?“, fragte Dr. Hugo Kübler in einem so höhnischen Ton, daß sein Öffentlichkeitsarbeiter auf dem Besucherstuhl zusammensackte.
„Wir können doch keine Undercoverleute bei der Presse installieren“, wagte er mit leiser Stimme einzubringen. „Wir machen doch nur Textilien und Garne. Wozu denn …“
„Ich glaube, Herr Brenner“, unterbrach ihn der Werksleiter, „Sie haben die letzten Monate verschlafen. Sie haben die Diskussion um Zwangsar-beiterentschädigungen nicht mitbekommen? Sie haben weder Rundfunk, noch Fernsehen oder Papierpresse verfolgt? Und Sie haben nicht alle diese Informationen zum Thema säuberlich aufbereitet?“
„Aber sicher …“
„Sie haben nicht in unserem Firmen-Archiv oder im Archiv dieser feinen Stadt geforscht, was da über unsere Vergangenheit nachzulesen ist? Auf die Idee sind Sie nicht gekommen? Aber die jungen Leute von dieser Gesamtschule, die sind darauf gekommen. Soll ich Ihren Posten mit einem dieser übereifrigen jungen Leute besetzen?“
„Nein, nein, ich war doch selber …“
„Was für ein Schlamperladen, den ich da finanziere.“
Bei jedem Satz, bei jeder Frage, fielen die Mundwinkel von Viktor Brenner tiefer nach unten; er sah aus, als habe er soeben seiner eigenen Beerdigung beigewohnt.
Dr. Hugo Kübler stand auf, ging zum Fenster und blickte auf den großen Parkplatz, jenseits des hohen Maschendrahtzauns. Er war gut zur Hälfte mit Pkws besetzt.
„Wenn sie Ihr Auto – was sage ich da? – Wenn Sie unseren Firmenwagen auf diesem Parkplatz abstellen – Sie haben doch sogar einen reservierten Platz? –, oder von diesem Platz abholen, dann müßten Sie doch daran denken, daß es hier mal einen anderen Zaun gegeben hat, daß auf diesem schönen Asphaltplatz früher Baracken gestanden haben. Baracken voller Läuse, Ratten, Mäuse – und arbeitsunwilligen, faulen Zwangsarbeitern. Das wenigstens wissen Sie doch, oder?“, fragte der Werksleiter bedrohlich leise.
Viktor Brenner starrte auf den Rücken seines Chefs. Er wußte, daß er keine Antwort geben brauchte. Natürlich kannte er die Historie seiner Firma. Aber was sollte er seinem Chef davon erzählen? Sollte er ihm die erschreckenden Dokumente auf den Tisch knallen, ihn fragen, was damit geschehen solle?
„Verbrennen! Sofort verbrennen! Sie persönlich sorgen für die spurlose Vernichtung. Ich mache Sie verantwortlich, Brenner.“ So oder ähnlich würde die Anordnung lauten.
Die Dokumente mußten erhalten bleiben; sie konnten ihm eines Tages behilflich sein. Noch hatte er keinen Plan, aber dieses wertvolle Material vernichten? Nie!

Breimann, Eduard
Das fremde Land
Roman
Verlag Universal Frame
Hardcover mit Umschlag
236 Seiten, 13.5 x 21.5 cm
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