Archive für März, 2007


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28. März 2007 veröffentlicht von Administrator

„Entschädigung“, dieses Wort wurde im Zusammenhang mit dem Thema „Zwangsarbeit“ bereits etliche Jahre, schon bevor die Bundesregierung im Juli 2000 das Stiftungsgesetz zur Entschädigung der NS-Zwangsarbeiter verabschiedete, immer wieder von politischer Seite verwendet.
Danach bekam der Begriff fast inflationären Charakter. Die Gründe lagen auf der Hand: Erstmals wurde die breite Öffentlichkeit über den Umfang dieses Nazi-Verbrechens umfassend informiert und gleichzeitig darauf hingewiesen – in allen Medien –, dass von 200.000 angeschriebenen Unternehmen sich zu dem Zeitpunkt nur etwa 3.000 beteiligt hätten, erst 3,1 Milliarden Mark fest zugesagt seien.
Selbst heute, nach dem Beschluss der Bundesregierung, die Akten zu schließen (Mitte März 2007), sind nicht alle Unternehmen dieser Stiftung beigetreten, sind längst nicht alle Zahlungen erfolgt.
Ein Skandal, ein öffentliches Ärgernis. Und das besonders für bestimmte Interessengruppen – auch die, die sich für Zahlungen aussprachen – und das Thema endlich für immer vom Tisch haben wollten.

Die Handlung des Romans „Das fremde Land“ spielt im Jahr 2001, als dieser „Skandal“ breit diskutiert wurde, sich die Öffentlichkeit über die Zahlungsunwilligen erregte.
Auch im Roman wird das Thema Entschädigung im Zusammenhang mit dem Projekt einer Schule „Zwangsarbeit – Entschädigung jetzt“ benutzt. Aber es ist nicht das zentrale, das bewegende Thema. Es ist, wenn man es richtig betrachtet, nicht mehr als die Initialzündung für das, was der Roman behandelt – das Leiden der Betroffenen.

Kann man wirklich – auch nur annähernd – alles entschädigen, mit Geld „gutmachen“, was die damaligen Verbrecher angerichtet haben? Nein, und nochmals nein! Das kann man nicht. Natürlich sind Entschädigungszahlungen notwendig, um entgeltlose Leistungen auszugleichen, aber auch nur dafür.
Sie können und dürfen nicht dazu dienen, unser Gewissen zu beruhigen. Es darf nicht sein, dass wir uns zurücklehnen und erklären: „Wir haben ja alles Menschenmögliche getan. Was wollt ihr denn? Lasst uns doch endlich damit aufhören.“
Nein, und nochmals nein. Einfach deshalb nicht, weil man eben nicht alles mit Geld tilgen, auslöschen kann, was passiert ist. Die so oft als unverletzlich beschworene „Würde des Menschen“ – im § 1 unseres Grundgesetzes festgeschrieben – wurde millionenfach auf übelste, böswilligste und unmenschlichste Weise verletzt. Diese verletzte Würde durch Geld wieder heilen? Das genau ist einfach nicht möglich.
Aber was dann? Es muss etwas anderes geschehen. Dieser Roman will helfen die Würde dieser Menschen zu heilen. Er ist als ein Beitrag zum „Nichtvergessen“ gedacht, zum ständigen Erinnern an die Menschen, deren Würde in den Staub getreten wurde, die vergewaltigt, gequält und ermordet wurden.
Mit Wladimir und Aja wird dieses Unrecht personifiziert. Allein deshalb, damit wir begreifen, was Menschen anderen Menschen angetan haben. Eine Entschädigung dafür ist niemals möglich.
Aber wenn wir die Millionen Ajas und Wladimirs, die zur Zwangsarbeit verdammt waren, endlich als fühlende, leidende Menschen erkennen, dann leisten wir Wiedergutmachung im schönsten Sinne. Wenn dieser Roman auch nur einige Menschen dazu bringt, das zu begreifen, dann hat er seinen Sinn erfüllt.

Eduard Breimann
Das fremde Land
Roman
Verlag Universal Frame
236 Seiten, gebunden
410 g
ISBN 978-952298-13-8
Euro 26.80 (D)

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Und in vielen anderen Buchhandlungen.


Der Kölner Stadt-Anzeiger schreibt am 26.03.2007

Eduard Breimann Lesung Dormagen

Foto Uwe Koopmann
Zwangsarbeiter gruben ihr eigenes Grab

VON ULI KREIKEBAUM, 26.03.07, 07:12h

Dormagen – Das Gefühl, dass Vergangenheit und Gegenwart plötzlich zu verschwimmen scheinen, kann einen umhauen. Wenn sich ein düsteres Kapitel wie jenes des deutschen Umgangs mit Zwangsarbeitern im Zweiten Weltkrieg wie eine gewaltige Welle den Weg ins Jetzt bricht, wirkt das erdrückend. Bei der Lesung aus seinem ersten Roman „Das fremde Land“ in der Buchhandlung „Seitenweise“ hat der Dormagener Schriftsteller Eduard Breimann genau jene Wirkung erzeugt.

Die gut besuchte Lesung in der Buchhandlung Seitenweise in Dormagen am Freitag den 23.03.2007, 20:00 Uhr war ein voller Erfolg. Lesen Sie den ganzen Artikel des Kölner Stadt-Anzeigers. Hier, als PDF-Datei, zum Herunterladen.

Verwendung des Bildes im Kontext, mit Nachweis an uns, frei.


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12. März 2007 veröffentlicht von Administrator

Dormagen
Zwangsarbeit als Romanthema
VON MARGARETHE PLUTA

Rheinfeld Eduard Breimann ist vielseitig literarisch begabt. Ob Kindergeschichten, historische Sachbücher, Lyrik oder jetzt auch Romane – der Rheinfelder entwickelt sich und sein schriftstellerisches Talent stets weiter. Sein neues Buch trägt den Titel „Das fremde Land“ und ist seit dieser Woche im Buchhandel erhältlich.

In dem 236 seitigem Werk schildert der 66-Jährige das Schicksal der ehemaligen Zwangsarbeiterin Angela Pawlowska, kurz Aja genannt, die bittere Erlebnisse aus verschiedenen Lebenssituationen noch einmal rekapituliert. Da war zunächst ihre Kindheit im Russland der Stalinzeit, danach die Verschleppung nach Deutschland und die schwierige Zeit als Zwangsarbeiterin im Nationalsozialismus und als letztes schließlich die heutige Zeit und die dramatische Wiederkehr nach Deutschland.

Die Idee für das Buch hatte der Autor bereits vor Jahren. „Das war als ich noch Beirat im Stadtarchiv war“, erinnert sich Breimann. Damals sei etwas Entscheidendes passiert, was ihn nicht mehr los ließ: „Ich weiß noch ganz genau, wie ich einen Brief von einer älteren Dame aus Russland bekam“, meint der Rheinfelder. In diesem hätte sie um die Hilfe der Stadt Dormagen gebeten. „Sie war während des Zweiten Weltkriegs in Dormagen als Zwangsarbeiterin tätig“, weiß der Schriftsteller.

Da die Frau heute auf die Rentenzahlungen des russischen Staates angewiesen sei, bat sie um die Bescheinigung der Stadt, dass sie mehrer Jahre in Deutschland zwangsweise gearbeitet hat. „Das war jedoch nicht der Punkt, der mich so schockiert hat – schließlich gab es zu der besagten Zeit mehrere hundert oder gar tausend Zwangsarbeiter in Dormagen – sondern, dass diese Frau damals erst elf Jahre alt war“, meint Breimann. „Das geht einem schon unter die Haut“, so der frühere Bayer-Mitarbeiter und CDU-Politiker, der seit 1994 schriftstellerisch tätig ist. Das war jedoch der ausschlaggebende Grund – nicht nur für den Roman – sondern auch für die Erfindung der Hauptprotagonistin Aja, die ebenfalls bei ihrer Verschleppung elf Jahre alt ist.

Dem 66-Jährigen Autor ist es in diesem Werk wichtig zu zeigen, dass die Stalinzeit und der Nationalsozialismus vernichtende Systeme darstellten, die in einigen Menschen teilweise immer noch weiterleben. „Es ist im Prinzip egal wie die Orte in meinem Roman heißen, das was dort beschrieben wird, kann überall stattgefunden haben“, erklärt Breimann, der oft darauf angesprochen wird, ob es sich bei der kleinen rheinischen Stadt um Dormagen handelt. Seine Antwort lautet dann stets: „Warum nicht?“ Festlegen will er sich jedoch nicht. „Die Geschichte kann hier, sie kann aber auch in jeder anderen Stadt passiert sein“, gibt sich der Schriftsteller geheimnisvoll.

Das Schlimme sei jedoch, dass diese Geschichten vergessen werden, während der Fremdenhass auch heute noch in den Köpfen einiger Menschen existiert. Davor sei laut Eduard Breimann auch Dormagen – die kleine Stadt am Rhein- nicht geschützt. So ärgert es den Schriftsteller, dass jährlich den gefallenen Soldaten am Mahnmal gedacht wird und die toten Zwangsarbeiter keine Würdigung bekommen. „Das ist eine traurige Tatsache, die oft einfach vergessen wird“, meint der Rheinfelder und macht einen Anfang gegen dieses Vergessen mit seinem ergreifenden Roman.

Der Schriftsteller plant bereits weitere Werke, die bald dem Buch „Das fremde Land“ folgen sollen. Wie von Eduard Breimann bekannt, werden sich auch diese mit problematischen Themen befassen. Es darf also noch mit viel aus der Feder des Autors gerechnet werden.

Einen Einblick in sein aktuelles Werk gewährt der Autor während einer Lesung am 23. März, um 20 Uhr in der Buchhandlung Seitenweise.

Eduard Breimann “Das fremde Land“, Universal Frame Verlag, 26.80 Euro.

Quelle: Neuß-Grevenbroicher Zeitung

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11. März 2007 veröffentlicht von Administrator

Schon nach wenigen Tagen nach Erscheinung des Romans “Das fremde Land” von Eduard Breimann (wir berichteten), gibt es Reaktionen und Berichte aus der Presse. Hier veröffentlichen wir gleich zwei Artikel zu dem Thema.

  • Spielt die Handlung in Dormagen?
  • Interview: Dormagen keine Insel der Nicht-Nazis.

Erschienen im “Schaufenster zum Sonntag” am 10.03.2007.

Um die Artikel zu lesen, klicken Sie bitte auf diesen Titel “Pressemeldung Das fremde Land“, laden die PDF-Datei herunter und öffnen Sie mit dem Acrobat Reader.


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11. März 2007 veröffentlicht von Administrator

Lesung – “Das fremde Land

  • Lesung
  • Faktendarstellung
  • Diskussion

mit dem Autor Eduard Breimann, Termin 23. März 2007, Dormagen, Deutschland.

Am Freitag, den 23. März um 20 Uhr wird der Autor Eduard Breimann in der Buchhandlung Seitenweise Auszüge aus dem Roman „Das fremde Land“ lesen. Aber dabei will Breimann es nicht bewenden lassen. Er wird den Zuhörern Fakten nennen und Hintergrundinformationen zur damaligen Situation in Dormagen und dem Kreis Neuss geben.

Breimann hofft auf eine gute Resonanz. “Es geht hier nicht nur um das Schicksal, das Leiden von Zwangsarbeitern – insbesondere Frauen -, sondern auch um unsere heutige Haltung zu diesem nicht abgeschlossenen Kapitel deutscher Geschichte. Schüler und Lehrer, die sich mit der Geschichte unseres Landes beschäftigen, sollten diese Gelegenheit nutzen. Ein Rezensent bei Amazon schrieb: ‘…So kann Geschichtsunterricht zum Lesevergnügen werden. Das Buch kann man nur für alle, aber besonders Lehrer und Schüler, empfehlen.’ – Es ist mehr als Geschichte; es geht um Menschen und ihre Gefühle – damals wie heute.”
Karten gibt es an der Abendkasse, aber zur besseren Disposition ist eine Reservierung anzuraten. Kartenvorbestellung unter der Telefon-Nr. 02133-45444 bei der Buchhandlung Seitenweise auf der Kölner Straße 149, 41539 Dormagen, Deutschland. Der Eintrittspreis beträgt 6 €.

Webseite der Buchhandlung: http://www.buchhandlung-seitenweise.de/

Über das Buch finden Sie hier bei uns weitere Einträge:

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